Österreichische Jägertagung Teil 6 – Der Jäger in den sozialen Netzwerken

Österreichische Jägertagung Teil 6 – Der Jäger in den sozialen Netzwerken

15. Juni 2020

Vortragende: Christine Fischer
Akademische Jagdwirtin

Social Media Plattformen bergen Risiken und bieten gleichzeitig Chancen für die Jägerschaft. Noch nie sei die Jagd gesellschaftlich so transparent, ihr Image so beeinflussbar und im selben Moment angreifbar gewesen wie heute, erklärt die junge Jagdwirtin und Bloggerin Christine Fischer in ihrem Vortrag auf der Jägertagung.

Fotos spielen dabei die wichtigste Rolle, denn diese werden um ein 60.000-faches schneller wahrgenommen und vom Gehirn verarbeitet als Texte – welche oft gar nicht gelesen oder nur überflogen werden. Bilder aber bleiben in Erinnerung.

Ein reflektierter Umgang mit jagdlichen Inhalten ist dabei das A und O. Werden von Jägern ständig nur Erlegerbilder gezeigt, erzeugt das ein verzerrtes Bild bei den Betrachtern und liefert viel Munition für Jagdkritiker.

Authentische und seriöse Jagdfotos hingegen, die die gesamte jagdliche Vielfalt von Lebensraumverbesserungsmaßnahmen bis hin zum Jagdhornblasen und dem Jagdhundetraining zeigen, können zur positiven Meinungsbildung in der Gesellschaft beitragen.

Es muss den Jägern klar sein, wie sie sich und die Jagd im Netz präsentieren wollen, so Fischer.

Ein Video zum Vortrag steht leider nicht zur Verfügung. Nähere Infos zum Thema „Jagd und Social Media“ finden sich auf unserer Website.

Verlängerung der Waffenpässe

Verlängerung der Waffenpässe

12. Juni 2020

In den letzten Wochen wurden aufgrund der Notstandssituation verschiedene Sonderregelungen verabschiedet. Auch für die Gültigkeit der Waffenpässe wurde eine eigene Bestimmung erlassen. Das Parlament in Rom hat verfügt, dass alle Waffenpässe, die zwischen 31. Jänner 2020 und 31. Juli 2020 verfallen, bis zum 29. Oktober 2020 gültig bleiben.

Vor diesem Hintergrund stellen sich viele Jäger die Frage, wie sie bei der Verlängerung ihres Waffenpasses am besten vorgehen sollen.
Unsere Empfehlung lautet wie folgt: Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man trotzdem wie bisher mindestens 30 Tage vor dem Verfall des Dokumentes (als Stichtag das Datum hernehmen, welches im Jagdgewehrschein abgedruckt ist) um die Erneuerung des Waffenpasses ansuchen. So stellt man sicher, dass die Konzessionsgebühr ordnungsgemäß eingezahlt ist.

Es wurde von den zuständigen Stellen nämlich bislang noch nicht geklärt, ob nur der Jagdgewehrschein gültig bleibt, oder ob auch die Konzessionsgebühr bis zum 29. Oktober 2020 gestundet wird. Sucht man also erst im Oktober um die Verlängerung des Waffenpasses an (mit der derzeitigen Ausnahmeregelung aufgrund der Corona-Epidemie wäre das ja möglich), könnte es sein, dass bei einer Kontrolle die nicht fristgerechte Einzahlung der Konzessionsgebühr beanstandet wird. In so einem Fall droht eine Verwaltungsstrafe von rund 300 Euro.

Deshalb noch einmal unsere Empfehlung: Sucht rechtzeitig um die Erneuerung des Waffenpasses an und meidet diese rechtliche Grauzone.

Die Übersicht zu weiteren aktuellen Fragen und Antworten kann hier abgerufen werden: Downloads

 

14.10.2020 – Achtung: Update zu der Gültigkeit der Waffenpässe siehe hier.

Niederwild-Gipfel 2019 – Lebensraum als Superfaktor für das Niederwild

Niederwild-Gipfel 2019 – Lebensraum als Superfaktor für das Niederwild

11. Juni 2020

Vortragender: Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer
Leiter des Departments für Integrative Biologie und Biodiversitätsforschung an der BOKU Wien

Abnehmende Niederwildbestände sollten uns Jäger alarmieren und bewusst machen, dass dem Rückgang von Charakterarten wie Feldhase und Rebhuhn etwas entgegengesetzt werden muss. Diese Botschaft schickt Prof. Hackländer von der Universität für Bodenkultur seinem Vortrag auf dem Niederwild-Gipfel 2019 voraus.

In dem großen Pool von Faktoren, die sich auf die Populationen des Niederwilds einwirken, sei der Lebensraum als der Superfaktor schlechthin anzusehen. „Wenn der Lebensraum stimmt, dann haben andere negative Faktoren wie Beutegreifer nicht so viel Macht“, erklärt der Professor.

Die Entwicklung des Kunstdüngers Mitte des 20. Jahrhunderts hat zur Aufgabe der seit dem Mittelalter angewandten Dreifelderwirtschaft geführt. Das zunehmende Verschwinden von Brachen veränderte die Landschaft und damit auch die darin lebenden Wildtierbestände.

Viele Niederwildarten stehen heute symbolisch für die extensive Landwirtschaft. Ihr ist es zu verdanken, dass sich das Niederwild in Europa früher verbreiten konnte. Die Umstellung auf eine immer intensiver werdende Landwirtschaft arbeitet nun gegen diese Arten.

Was kann man diesem Trend entgegensetzen? Was kann dem Niederwild helfen?

Darauf geht der Vortragende in diesem Tagungsvideo genauer ein.

 

Österreichische Jägertagung Teil 5 – Niederwildhege Neu

Österreichische Jägertagung Teil 5 – Niederwildhege Neu

8. Juni 2020

Vortragender: Johann Blaimauer
Teil des Niederwildausschuss des Niederösterreichischen Jagdverbandes

Bei der Niederwildhege geht es um die Etablierung und Erhaltung von nachhaltig bejagbaren Populationen verschiedener Niederwildarten.

In vielen Ländern Europas sind die Populationszahlen von Feldhase und Co. rückläufig. Intensive Agrarwirtschaft und die zunehmende Versiegelung von Flächen hat vielerorts zur „Verinselung“ von Niederwildhabitaten geführt. Lebensraummaßnahmen tragen deshalb wesentlich zum Erhalt gesunder Niederwildpopulationen bei. Durch sie sollen Lebensräume ausgedehnt und vernetzt werden.

Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen bedarf es einer guten Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jägern, aber auch der Politik. Förderungen der EU über die gemeinsame Agrarpolitik und lokale Förderungsmaßnahmen spielen eine nicht unwesentliche Rolle bei der Projektfinanzierung.

Trotz der umgesetzten Lebensraummaßnahmen wird der Faktor „idealer Lebensraum“ auch weiterhin häufig auf einem Minimum bleiben. Deshalb haben auch Beutegreiferdichten einen besonderen Einfluss auf die Populationsentwicklung von Niederwild.

Ist wenig geeigneter Lebensraum vorhanden, fällt es den Prädatoren leichter, Jungtiere in diesen Flächen aufzuspüren. Die Jagd auf Jungtiere wird für Prädatoren in gewissem Maße planbarer. Sie suchen die wenigen Flächen gezielt und wiederholt auf. Jungtiere sitzen vielerorts wortwörtlich in der „Biotopfalle“. 

Die Jagd kann mit der Umsetzung von Lebensraummaßnahmen und einer gezielten Beutegreiferbejagung einen wertvollen Beitrag zum Erhalt von Niederwild und zur generellen Förderung der Artenvielfalt leisten.

Der vollständige Vortrag inklusive Präsentation kann hier angeschaut werden.

 

Österreichische Jägertagung Teil 4 – Jagdliches Handwerk im Wandel

Österreichische Jägertagung Teil 4 – Jagdliches Handwerk im Wandel

4. Juni 2020

Vortragender: Dominik Dachs
Wildökologe

Wer ist der beste Jäger, den Sie kennen? Und warum? Diese Frage sei schwer zu beantworten, meint der Wildökologe Dominik Dachs.

Das jagdliche Handwerk ist nicht eindeutig definiert. Hege, Öffentlichkeitsarbeit, Wildbret – der Jäger von heute sieht sich mit einer Vielfalt an Anforderungen konfrontiert und das eigentliche Handwerk, das Nachstellen und Erlegen von Wild, rückt mehr und mehr in den Hintergrund.

Die Abläufe beim Jagen sind seit Urzeiten dieselben. Um Wild zu erlegen, muss man zuerst wissen wo es sich aufhält. Man muss Spuren lesen und das Verhalten der Tiere abschätzen können. Lautloses Annähern will gelernt sein.

Das richtige Ansprechen und ein gut sitzender, tödlicher Schuss sind ein absolutes Muss, auch unter Zeitdruck und ohne gemütlichen Hochsitz mit Schussauflage. Und zu guter Letzt gehört zum jagdlichen Handwerk auch die richtige Versorgung des erlegten Wildes vor Ort und das ordentliche Zerwirken des erlegten Stückes.

Dachs weist darauf hin, dass das jagdliche Handwerk heute durch zahlreiche technische Hilfsmittel unterstützt wird und der ein oder andere Jäger inzwischen wohl mehr Wert auf Technologie als auf jagdliches Können lege. Dabei sei es doch gerade dieses Handwerk und Wissen, das den Jäger zum Jäger mache.

Letzthin gehe es darum, sich selbst weiterzuentwickeln und sich die Frage zu stellen: Bin ich die beste Jägerin/der beste Jäger, die/der ich sein kann?

Der vollständige Vortrag inklusive Präsentation kann hier angeschaut werden.

Österreichische Jägertagung Teil 3 – Weidgerechtigkeit als Verpflichtung für die Jägerschaft

Österreichische Jägertagung Teil 3 – Weidgerechtigkeit als Verpflichtung für die Jägerschaft

28. Mai 2020

Vortragende: Freydis Burgstaller-Gradenegger

Freydis Burgstaller-Gradenegger hinterfragt in ihrem Vortrag den Begriff und die rechtliche Umsetzung der Weidgerechtigkeit.

Weidgerechtigkeit ist ein „Kind ihrer Zeit“. Sie beruht auf der zur jeweiligen Zeit vorherrschenden moralischen Vorstellung, dem Mensch-Tier-Verhältnis und dem aktuellen Stand jagdkundlicher und wissenschaftlicher Erkenntnisse. Was früher gut war, muss heute nicht mehr gut sein und sollte kritisch hinterfragt werden.

Aufgrund ihrer Wandelbarkeit kann es keine immerwährend gültige Definition für Weidgerechtigkeit im rechtlichen Kontext geben, so Burgstaller-Gradenegger. Trotzdem dient die Weidgerechtigkeit als Maßstab jagdlichen Handelns, als Ehrencodex für Jäger und Jägerinnen.

Es gilt sich als Jäger und Jägerin an die gegebenen ethischen Verpflichtungen gegenüber dem Wild zu halten und die Grundprinzipien der Weidgerechtigkeit umzusetzen.

Regeln allein reichen dabei nicht aus. Vielmehr geht es um die Tugend, um das Gewissen eines jeden Einzelnen in jagdlichen Grenzsituationen weidgerecht zu handeln. Denn Weidgerechtigkeit gehe weiter als die festgelegten Gebote und Verbote, schließt Freydis Burgstaller-Gradenegger.

Der vollständige Vortrag inklusive Präsentation kann hier angeschaut werden.