„Wild-Wissen-Ergänzungsheft – Das Jagdrecht in Südtirol“ neu aufgelegt

„Wild-Wissen-Ergänzungsheft – Das Jagdrecht in Südtirol“ neu aufgelegt

06. August 2020

Nachdem das Ergänzungsheft zum Lernbuch „Wild-Wissen“ des Südtiroler Jagdverbandes nach seiner Erstausgabe im Juli 2019 in den letzten Monaten schon fast vergriffen war und in der Zwischenzeit bereits einige Neuerungen auf gesetzlicher Ebene erfolgt sind, wurde dieses nun überarbeitet und neu aufgelegt. Es kostet 9,90 Euro und ist im Buchhandel sowie beim Südtiroler Jagdverband und erhältlich.

Ausstellung „Mensch und Jagd in Alttirol“ auf Schloss Runkelstein

Ausstellung „Mensch und Jagd in Alttirol“ auf Schloss Runkelstein

06. August 2020

Die Jagd war auf Schloss Runkelstein immer präsent. Das zeigen die wunderschönen mittelalterlichen Jagddarstellungen im Turniersaal, die vielen Jagdwaffen, Musikinstrumente, Trophäen und Schießscheiben, die zum Burginventar zählen. Vom 19. Juni 2020 bis 10. Januar 2021 beherbergt nun die Burg am Eingang des Sarntales eine Ausstellung, die sich nicht nur der Geschichte der Jagd widmet, sondern auch ihren modernen Aspekten.

Was hatte das Weidwerk mit der „Minne“, der Liebe im Mittelalter zu tun? Wer durfte damals was jagen? Welche Kleidung trugen die einstigen Jäger? Welche Mythen rankten sich um die Jagd und welche Rolle soll die Jagd heute übernehmen: Völlige Freiheit des Wildes oder Hegen und Pflegen?

Schloss Runkelstein ist von Dienstag bis Sonntag zugänglich, jeweils von 10–18 Uhr (im Winter von 10–17 Uhr). Sonderführungen durch die Ausstellung nach vorheriger Anmeldung.

www.runkelstein.info / runkelstein@runkelstein.info / +39 0471 329 808

Unser(e) Igel

Unser(e) Igel

30. Juli 2020

Jedes Kind kennt das Stacheltier, doch die wenigsten Menschen wissen wirklich etwas über ihn: den Igel. In Trentino-Südtirol kommen zwei verschiedene Igelarten vor: der Braunbrustigel und der Nördliche Weißbrustigel. Letzterer kommt recht selten vor, weil Südtirol am äußersten westlichen Rand seines Verbreitungsgebietes liegt. Unser typischer Gartenbesucher ist deshalb also der Braunbrustigel.

Igel sind Kulturfolger, kommen aber nicht nur in menschlichen Siedlungen vor. Ihr typischer Lebensraum sind reich gegliederte, abwechslungsreiche Felder mit Hecken und anderen Plätzen zum Verstecken und Nestbauen. Auch im Laubwald kann man sie antreffen. Igel sind nachtaktiv. Tagsüber ziehen sie sich in ihre Nester zurück, nachts ziehen sie auf der Suche nach Nahrung umher. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Insekten wie Käfer, Würmer und Raupen. Auch bei Mäusen sagen Igel nicht nein, allerdings ist der kurzbeinige und etwas träge Geselle kein Jäger. Er begnügt sich mit Aas oder wehrlosen Jungtieren, die er auf seinen nächtlichen Streifzügen leicht erbeuten kann.

Gut zu wissen: Es gibt viele Mythen zu den Essgewohnheiten von Igeln. Sie sind aber weder Schnecken- noch Schlangenvertilger, fressen nur selten Obst, und Milch vertragen sie nur schlecht.

Das wohl auffälligste Merkmal unserer Igel ist ihr Stachelkleid. Es beginnt am Kopf und zieht sich über den gesamten Rücken. Bis zu 7.500 Stacheln trägt ein ausgewachsener Igel huckepack. Und diese werden auch regelmäßig erneuert. Ein bis eineinhalb Jahre lang bleibt ein Stachel in der Haut verankert, bevor er ausfällt und neu nachwächst. Damit bleiben die Stacheln immer schön in Schuss und schützen den Igel vor Fressfeinden und anderen Gefahren.

Gut zu wissen: Igeljunge haben bei der Geburt bereits um die 100 Stacheln auf ihrem Rücken. Bis zum Zeitpunkt, an dem die Jungen das Nest verlassen, wächst die Zahl auf stattliche 3.000 Stacheln an!

Am Bauch tragen Igel keine Stacheln, dafür verbirgt sich dort ein ausgeklügeltes Muskelsystem. Überhaupt hat der Igel sehr komplexe Muskeln. Einige sind nur für das Aufrichten der Stacheln zuständig, andere lassen den Igel den Kopf einziehen und der Ringmuskel am Bauch ermöglicht das bekannte „Einigeln“. Das soll den Igel vor Fressfeinden schützen. In vielen Fällen funktioniert das auch. Gegen Uhu und Dachs hilft aber auch das Einigeln nicht, diese Beiden sind so kräftig, dass sie einen fest zusammengerollten Igel einfach aufrollen.

Gut zu wissen: Das Zusammenrollen bei Gefahr bringt auch deutliche Nachteile mit sich, vor allem im Straßenverkehr. In Deutschland schätzt man, dass rund 500.000 Igel, jedes Jahr überfahren werden. 

Beim Liebesspiel der Igel kann es schon mal wild hergehen. Ist das Weibchen nicht paarungsbereit, stellt es die Kopfstacheln auf, stellt sich dem Männchen breit gegenüber und schnauft und faucht es heftig an. Dieses Spiel kann sich über Stunden ziehen. Wegen der auffälligen Bewegungen, die die Tiere dabei machen, wird dieses Verhalten auch als „Igelkarussell“ bezeichnet. Ist das Weibchen hingegen paarungsbereit, drückt es sich auf den Boden und legt die Stacheln flach an, damit das Männchen aufsteigen kann.

Gut zu wissen: Igelweibchen reagieren während oder kurz nach der Geburt extrem sensibel auf Störungen. Da kommt es mitunter vor, dass das Weibchen den Wurf sofort verlässt oder ihn sogar auffrisst.

Nach den Strapazen des Jahres zieht sich der Igel im Herbst zurück und hält bis zu 6 Monate Winterschlaf. Stoffwechselprozesse sind dabei stark reduziert. Die Körpertemperatur beträgt nur mehr 8 Grad und das Herz schlägt nur mehr fünf Mal die Minute. Fettreserven sind also wichtig. Geschwächte Igel können schon früher aus dem Winterschlaf aufwachen und suchen dann nach Nahrung.

Gut zu wissen: Wer einem Igel im eigenen Garten über den Winter helfen will, sollte sich sehr gut über dessen Nahrungsspektrum informieren, um ihm am Ende nicht durch falsches Futter zu Schaden!

Unsere Schlangen – Die Kreuzotter

Unsere Schlangen – Die Kreuzotter

23. Juli 2020

Faszination und Furcht, die Kreuzotter löst die verschiedensten Emotionen aus. Ihr Anblick ist vielen von uns vertraut, ist sie doch die häufigste und wegen ihrem auffallenden Rückenmuster wohl auch mit die schönste Schlange Südtirols. Trotzdem machen wir lieber einen weiten Bogen um das Tier – nur zur Sicherheit. Schließlich ist die Kreuzotter ja giftig.

Gut zu wissen: In Südtirol gibt es drei Giftschlangen: Kreuzottern, Aspisvipern und Hornottern. Man erkennt sie schnell am dreieckigen Kopf und den schlitzförmigen Pupillen. Die ungiftigen Nattern haben hingegen runde Pupillen und der Kopf scheint nahtlos in den Körper überzugehen.

Nun ist es aber nicht so, dass die Kreuzotter wahllos um sich beißt und ihr Gift verpulvert. Im Gegenteil, sie setzt ihr Gift sehr sparsam und gezielt ein. Bei Gefahr versucht die Schlange durch Zischen auf sich aufmerksam zu machen und den Eindringling zu vertreiben. Erst wenn das nichts hilft und der Feind zu nahekommt, wehrt sich die Schlange mit einem Biss. Viele dieser Bisse sind sogenannte Trockenbisse und enthalten nur sehr wenig Gift. Trotzdem sollte nach einem Biss ein Arzt aufgesucht werden.

Gut zu wissen: Das Zischen einer Schlange wird durch die Nase erzeugt, nicht etwa über das Maul.

Bei ihrer Beute ist die Kreuzotter weniger sparsam mit dem Gift. Sie lauert geduldig, bis die Beute nahe genug kommt, schießt vor und injiziert das Gift, an dem ihr Opfer schließlich zugrunde geht.

Gut zu wissen: Schlangengift besteht zu 90 % aus Wasser und zu 10 % aus Proteinen. Diese Proteine führen zu Lähmungserscheinungen, zersetzen das Blut und führen letztlich zum Tod der Beute. Für einen gesunden Menschen ist die injizierte Giftmenge zu gering, um seine tödliche Wirkung zu entfalten.

Ihre Beute fasst die Kreuzotter entweder gleich oder sie folgt nach einiger Zeit der Duftspur des verendeten Tieres. Dafür benutzt sie ihre Zunge als Navi.

Auch die Schlangenhaut ist etwas Besonderes. Sie besteht aus Hornschuppen, die den Körper vor Feuchtigkeitsverlust schützen. Speziell modifizierte Bauchschuppen erleichtern die Fortbewegung. Da der Hautpanzer nicht mitwächst, muss sich die Schlange regelmäßig häuten. Zurück bleibt das sogenannte „Natternhemd“, die leere Hauthülle des Tieres.

Gut zu wissen: Eine Schlange kommt mit einer festen Anzahl an Schuppen zur Welt. Wächst die Schlange, bleibt diese Zahl trotzdem immer dieselbe. Die Schuppen wachsen nämlich einfach mit der Schlange mit.

Unsere Marderartigen – Der Baummarder

Unsere Marderartigen – Der Baummarder

16. Juli 2020

Die Baumkronen ausgedehnter Wälder sind sein Zuhause, den Kontakt zu Menschen meidet er. Der Baummarder ist der Akrobat unter den Mardern und ein exzellenter Kletterer. Den Großteil seines Lebens verbringt er in den Baumkronen und jagt dort Eichhörnchen und Vögel. Dabei schwingt er sich geschickt von Ast zu Ast und springt auch schon mal über 3 Meter weit.

Gut zu wissen: Der Baummarder kann seine Hinterbeine um bis zu 180° drehen. Das macht ihn zu einem sehr wendigen und erfolgreichen Jäger.

Auf der Suche nach etwas Fressbarem streift der nachtaktive Marder unermüdlich in seinem bis zu 1.000 ha großen Revier umher. Kleinsäuger, Beeren, Eier und Insekten – je nach Saison ist sein Tisch reich gedeckt. Bei der vielen Rennerei braucht es aber auch eine Auszeit. Tagsüber zieht sich der Baummarder deshalb gerne in verlassene Spechthöhlen oder Eichhörnchenkobel zurück und hält dort ein wohlverdientes Nickerchen.

In solchen Höhlen zieht er auch seine Jungen groß. Die luftige Höhe schützt die Kleinen vor Bodenfeinden. Droht trotzdem einmal Gefahr, packt die Mardermutter die Jungtiere am Kragen und bringt sie in ein anderes Versteck. Durch den Nackenbiss der Mutter verfallen die Jungtiere in eine besondere Tragestarre.

Gut zu wissen: Der Paarungsakt des Baummarders dauert gute 50 Minuten. Das Männchen verbeißt sich über diese Zeit im Nacken des Weibchens und deckt dieses bis zu 18 Mal.

Der Baummarder ist heute ein eher seltener Anblick. Im Mittelalter war die Art noch häufig und weit verbreitet. Das Fell des „Edelmarders“ war sehr begehrt und wurde teuer gehandelt. Es war den Adeligen und wohlhabenden Städtern hohen Standes vorbehalten. Gewöhnliche Bürger und Handwerker mussten sich mit Fuchs, Lamm und Iltis begnügen.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde dem Baummarder intensiv nachgestellt. Die einbrechenden Bestände führten schließlich zu einem Umdenken. In Südtirol wurde der Baummarder 1987 unter besonderen Schutz gestellt und darf seither nicht mehr bejagt werden. Leider ist über die heutige Verbreitung und seinen Bestand kaum etwas bekannt.

Gut zu wissen: Sein gelber Brustfleck hat dem Baummarder auch den Spitznamen „Goldkehlchen“ eingebracht.

Der Wolf in Südtirol – Jahresbericht 2019

Der Wolf in Südtirol – Jahresbericht 2019

15. Juli 2020

Vor Kurzem erschien der erste Jahresbericht zum Wolf, herausgegeben vom Amt für Jagd und Fischerei. Der Bericht wartet mit einer Reihe von Informationen auf: wie funktioniert das Monitoring, Zahl der nachgewiesenen Individuen und Rudel, Informationen zu Schutzmaßnahmen und Schadensvergütung, usw. 

Den vollständigen Bericht gibt es hier.