Jagdbeginn 2021

Jagdbeginn 2021 

28. April 2021

Mit 1. Mai wird heuer die Jagdsaison wieder regulär beginnen. Die Abschussplanungen für Reh- und Rotwild sind heuer notgedrungen wieder per Videokonferenz durchgeführt worden. Die Jagdkarten liegen bereits in den Revieren auf und werden von den Revierleitern rechtzeitig bis zum 1. Mai ausgehändigt.

Wie in der Jägerzeitung Nr. 1/2021 erklärt, greift mit 1. Mai die neue Landesjagdordnung. Die Neuerungen, die jeder Jäger wissen muss, wurden darin kurz zusammengefasst. Eine ausführliche Erklärung der Neuerungen findet sich im Download-Bereich.

Angesichts des anhaltenden Notstandes haben wir außerdem die bewährten FAQs mit den wichtigsten Fragen und Antworten zur Jagd neu aufgelegt. Sie können ebenfalss im Download-Bereich  abgerufen werden.

Bezüglich der Ausgangssperre haben wir eine Ausnahmeregelung beantragt. Sobald wir die Bestätigung der Landesverwaltung erhalten, geben wir dies mit separatem Newsletter bekannt.

Jägerprüfungen 2021

Jägerprüfungen 2021

28. April 2021

Der anhaltenden Corona-Pandemie sind auch viele Jägerprüfungstermine zum Opfer gefallen. Da im Vorjahr keine Schießprüfungen stattfinden konnten, ist der Andrang der Teilnehmer besonders groß. Wir haben das Amt für Jagd und Fischerei daher bereits im vergangenen Dezember ersucht, heuer drei Termine für die praktische Schießprüfung anzusetzen.

Das Amt hat vor einigen Wochen mitgeteilt, dass heuer zuerst die Schießprüfungen abgehalten werden und erst etwas später dann die Theorieprüfungen. Der Termin für die Schießprüfung wird festgelegt, sobald die Schießstände ihre Tätigkeit aufnehmen können, um den Kandidaten genügend Zeit zum Übungsschießen zu geben. Das Amt für Jagd und Fischerei wird die Termine, wie üblich, auf seiner Webseite bekannt geben.

Unser Jagdhund: Fellpflege im Frühjahr

Unser Jagdhund: Fellpflege im Frühjahr

15. April 2021

Von Tierärztin und Jägerin Dr. Judith Kristler Pallhuber

Im Frühjahr und Herbst steht bei unseren vierbeinigen Jagdkameraden der Fellwechsel an. Im Frühjahr fällt er stärker aus, sollte aber nicht länger als sechs bis acht Wochen dauern. Hündinnen vor und während der Läufigkeit, kastrierte Tiere und ältere Hunde können einen stärkeren Fellwechsel haben, zudem bewirken Stress, schlechtes Futter, Parasiten oder Erkrankungen abnormen Haarausfall. Rassen mit viel Unterwolle (z.B. Labrador, Retriever) haben einen stärkeren Fellwechsel als kurzhaarige Rassen (z.B. Magyar Vizsla) oder drahthaarige. Und es gibt Rassen, die gar keinen Fellwechsel vollziehen, etwa Pudel und daraus entartete Kreuzungen.

Während des Fellwechsels ist der Eiweißbedarf des Tieres erhöht, vor allem Keratin wird mehr verbraucht. Unterstützen kann man den Hund in dieser Phase mit Futterzusatzstoffen, die Biotin, Vitamin B oder Bierhefe enthalten, mit hochwertigen Fetten wie Leinöl, Distelöl, Lachsöl, oder Schwarzkümmelöl. Dabei sollte man es aber nicht zu gut meinen, da zu viel Fett Durchfall verursachen kann. Eine artgerechte, ausgewogene Fütterung ist jetzt noch wichtiger. Bei Fragen dazu sollte man sich an seinen Tierarzt oder qualifizierte Fütterungsberater wenden.

Zusätzlich sollte man den Hund regelmäßig bürsten. So erkennt man schnell, ob irgendwo eine kahle Stelle im Fell auftritt, Rötungen der Haut oder ein Parasitenbefall vorliegt. Man ertastet so vielleicht auch schneller einen Knoten oder eine ungewöhnliche Struktur am Körper des Hundes. Drahthaarige Hunde sollten regelmäßig getrimmt werden, da ist der Hundefriseur der ideale Ansprechpartner. Das Fell hat nicht nur im Winter eine isolierende Funktion, sondern auch im Sommer. Es ist deshalb nicht zwingend nötig, lang- oder dicht behaarte Hunde im Sommer kurz zu scheren.

Mehr zum Thema in unserer nächsten Jägerzeitung…

„Oculi, da kommen sie“

„Oculi, da kommen sie“

2. April 2021

Oculi, so heißt der 3. Fastensonntag auf Latein. Er soll der Stichtag sein, an dem die ersten Schnepfen wieder bei uns zu beobachten sind. So sagt zumindest ein alter Merkvers. Der Spruch gibt den Jägern anhand der Fastensonntage Auskunft über das Vorkommen der Schnepfe zur jeweiligen Zeit. Er lautet wie folgt:

Reminiscere  – putz die Gewehre;
Oculi – da kommen sie;
Laetare – das ist das Wahre;
Judica – sind sie auch noch da;
Palmarum, trallarum,
Quasimodogeniti – Halt Jäger halt, jetzt brüten sie!

Die Waldschnepfe übt eine besondere Faszination auf viele Jäger aus. Die heimliche, am Waldboden lebende Limikole ist ein Einzelgänger. Deshalb weiß man nur wenig über ihre Bestände. In Südtirol brüten noch einige Waldschnepfen in niedrigeren Lagen. Viele der Tiere, die man bei uns sieht, sind aber lediglich auf der Durchreise zu ihren Überwinterungs- oder Brutgebieten.

Nichtsdestotrotz lässt sich auch bei uns zwischen März und Mai ein ganz besonderes Spektakel erleben. Der „Schnepfenstrich“, wie der Balzflug der Waldschnepfe auch genannt wird, ist schwerpunktmäßig vor allem im Unterland zu beobachten. Bei seinem Balzflug streicht das Männchen während der Dämmerung in Baumkronenhöhe über Lichtungen und Waldränder und gibt dabei seinen lautstarken Balzruf zum Besten. Das „Murksen und Puitzen“ ist unverkennbar.

 

Früher wurde der Schnepfe im Frühjahr „auf dem Schnepfenstrich“ nachgestellt. Der Jäger wartete im „Anstand“, also in guter Deckung, auf die streichenden Schnepfen. Flogen mehrere Schnepfen beieinander, wurde möglichst das hintere Tier erlegt. Der Gruppe voran fliegen nämlich die Weibchen. Männchen sind nach der Paarung nicht mehr am Brutgeschehen beteiligt, weswegen man damals selektiert auf sie Jagd machte und die Weibchen schonte.

Heute ist die Jagd auf die Waldschnepfe in Südtirol nur mehr vom 1. Oktober bis zum 15. Dezember erlaubt. Dabei kommen Vorstehhunde zum Einsatz, die die Tiere aufspüren. Männchen und Weibchen lassen sich bei dieser Form der Jagd kaum sicher unterscheiden.

Schnepfen können in der Küche gut verarbeitet werden. Das taubengroße Tier kann ähnlich wie anderes Geflügel zubereitet werden, aber auch die Innereien, „Schnepfendreck“ genannt, fanden ihren Weg in die Küche.

Als Trophäe nehmen sich Jäger gerne den Schnepfenbart. Dafür nutzt man die flaumigen Federbüschel über der Bürzeldrüse. Auch die „Malerfederchen“ oder Schnepfengrandeln, das sind verkümmerte, spitze Federn am Schwingenbug, werden traditionell als Hutschmuck getragen. Den Namen verdanken die Malerfederchen übrigens der Tatsache, dass Kunstmaler die Federn früher teuer erwarben und als feine Pinsel nutzten.

Unsere Bäume: Die Hasel

Unsere Bäume: Die Hasel

25. März 2021

Eigentlich gehört sie ja zu den Bäumen, zu den Birkengewächsen, um genau zu sein. Doch weil jedes Jahr neue Schösslinge aus dem Stammfuß treiben, wird nur selten ein kleiner Baum aus der Hasel. Das ist gut, denn so finden sich immer ein paar gerade Schösslinge, aus denen wir Jäger uns einen guten Bergstock fertigen können und außerdem gelangen wir besser an die guten Haselnüsse, die im Herbst reifen. Aber nicht nur die Nüsse sind Hirn- und Nervennahrung. Auch jetzt im Frühjahr hat uns die Hasel schon einiges zu bieten. Der Tee aus Haselkätzchen enthält viele Mineralstoffe. Er gilt in der Volksmedizin als schweißtreibend, entschlackend und kreislaufanregend. Eine Tasse täglich über 1-2 Wochen soll neue Lebensgeister in uns wecken. Süß sauer eingelegte Haselkätzchen passen gut als Beilage zu Käse und Salat. Und die jungen weichen Blätter, die jetzt im März nach der Blüte erscheinen, können sehr gut in einen Salat gemischt oder ähnlich wie Spinat zubereitet werden.

Haselkätzchen-Tee: 1-2 TL zerkleinerte Haselkätzchen mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 4-5 Minuten ziehen lassen, in kleinen Schlucken trinken und den Dampf inhalieren.

Süß sauer eingelegte Haselkätzchen: Die Haselkätzchen sollten für die Verarbeitung zu diesem Rezept noch voll und ganz geschlossen sein, dann sind sie am knackigsten. 175 g männliche Haselkätzchen mit 250 ml naturtrübem Apfelsaft, 250 ml Apfelessig und 3 TL Honig aufkochen. Gewürze wie Wacholderbeeren, Lorbeer und Pfefferkörner zugeben und Salz dazugeben und 10 Minuten köcheln lassen. Noch heiß in sterile Gläser abfüllen und luftdicht verschließen. Vier Wochen an einem dunklen, kühlen Ort ziehen lassen, fertig!

 

VORSICHT BEI ALLERGIEN: Pollenallergiker sollten auf den Verzehr von Haselkätzchen unbedingt verzichten. Beim Verzehr der Haselblätter sollten diese gut gewaschen werden und zunächst nur kleine Mengen gekostet werden, um zu sehen, wie man diese verträgt.

Märzhasen

Märzhasen

18. März 2021

Beim Feldhasen herrscht gerade Hochbetrieb. Seit Jänner ist nämlich Rammelzeit und Frau Hase darf entscheiden, mit wem sie sich paaren will. Die Männchen müssen den Weibchen in dieser Zeit deshalb immer wieder aufs Neue ihre Ausdauer und Kraft beweisen. Dafür laufen sie um die Wette und teilen auch schon den ein oder anderen Pfotenhieb an den Kontrahenten aus. Eine Häsin paart sich normalerweise in kürzester Zeit mit mehreren Männchen. So kommt es nicht selten vor, dass an einem Wurf mehrere Väter beteiligt sind.

Die Rammelzeit geht bei den Feldhasen bis in den späten Frühling hinein. Die ersten Junghasen des Jahres werden schon im Februar/März geboren. Man nennt sie deshalb auch Märzhasen. Anschließend kann das Weibchen im selben Jahr noch bis zu zwei Würfe mit je zwei bis fünf Jungen haben. Diese besondere Fruchtbarkeit lässt sich auf die Fähigkeit zurückführen, dass eine Häsin bereits während der Tragzeit schon wieder befruchtet werden kann. Das ist möglich, weil die Gebärmutter der Häsinnen geteilt ist. Während sich in einem Gebärmutterteil die Embryonen entwickeln, können sich im anderen Teil schon wieder neue Eizellen einnisten. Dieses Phänomen nennt man Superfötation.

Schneehasen beginnen das Jahr etwas gemächlicher. Ihre Paarungszeit beginnt erst, wenn die Feldhasen bereits ihren ersten Wurf hatten, nämlich im März. Schneehäsinnen setzen anders als Feldhäsinnen auch nur zwei Mal im Jahr und die Würfe sind mit zwei bis drei Jungen pro Wurf kleiner. Doch auch Schneehasen profitieren von der Fähigkeit der Superfötation. In den kurzen Bergsommern kommt ihnen diese Anpassung sehr zugute.