Unsere Jäger packen an

Unsere Jäger packen an

Seit vielen Jahren setzen Südtirols Jäger Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung von Wildlebensräumen in ihren Jagdrevieren um. Verlust und Verschlechterung von Lebensräumen ist einer der Hauptgründe für den Rückgang vieler Tier- und Pflanzenarten. Mit ihrem Einsatz leisten Südtirols Jäger einen wertvollen Beitrag zum langfristigen Erhalt dieser Arten.

Im Rahmen des Landschaftsfonds der Autonomen Provinz wurden seit 2016 über 25 Projektflächen gefördert. Dabei wurden rund 9.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet, 2.500 davon allein in Jahr 2019. Mehr Informationen zum Landschaftsfond finden Sie hier: www.provinz.bz.it/de/dienstleistungen-a-z

Viele Reviere starten Projekte zur Lebensraumverbesserung auf Eigeninitiative und führen diese selbständig und ohne Förderungen durch. Die dafür geleisteten Arbeitsstunden werden nicht systematisch erfasst, jedoch sind diese ehrenamtlichen Maßnahmen von unschätzbarem Wert für den Erhalt der Lebensräume und der darin lebenden Wildtiere.

Auf der Website des Jagdverbandes kann man die wichtigsten Details zu den dokumentierten Projekten in den Revieren nachlesen: 
jagdverband.it/wildschutz-jaeger-packen-an/

Wechsel an der Spitze des Südtiroler Jagdverbandes

Wechsel an der Spitze des Südtiroler Jagdverbandes

 

12. Februar 2020

Mitte Jänner hat der Vorstand des Südtiroler Jagdverbandes den Rücktritt des Landesjägermeisters Berthold Marx angenommen, den dieser zu Jahresbeginn überraschend bekannt gegeben hatte. Nun steht sein Nachfolger fest. Am Dienstag, 11. Februar 2020 wählte der Vorstand des Südtiroler Jagdverbandes den bisherigen Landesjägermeister-Stellvertreter Günther Rabensteiner zum neuen Landesjägermeister.

Seit 2013 ist Rabensteiner Revierleiter seines Heimatrevieres Welsberg, seit 2017 Bezirksjägermeister des Oberpustertales. Er wird nun für 2 Jahre an der Spitze des Jagdverbandes stehen, bis zu den Neuwahlen des Verbandes im Jahr 2022. Zu seinem Stellvertreter wurde der Bezirksjägermeister von Bozen, Eduard Weger gewählt.

Der neue Landesjägermeister Günther Rabensteiner (rechts) aus Welsberg und sein Stellvertreter Eduard Weger (links) aus dem Sarntal

120 neue Jägerinnen und Jäger

120 neue Jägerinnen und Jäger

29. Jänner 2020

Insgesamt 95 Männer und 25 Frauen haben im Jahr 2019 die Jägerprüfung bestanden. Vor Kurzem gaben das Amt für Jagd und Fischerei und der Südtiroler Jagdverband ein kleines Fest für sie in der Forstschule Latemar.

Mitverantwortung für intaktes Berggebiet

Abteilungsdirektor Broll setzt auf die jungen Jäger und lobte sie für ihr großes Interesse zur Natur. Er verwies auf die wichtige Rolle und Verantwortung der Jäger für ein intaktes Berggebiet. Ihr Tun wirke sich auf die Entwicklung der Wälder und des gesamten Berggebietes aus. Der nachhaltige Umgang mit diesem komplexen System erfordere Gemeinsinn und den Einsatz aller, sagte der Landesforstdirektor.

Lebenslanges Lernen gefragt

Der Südtiroler Jagdverband war bei der Feier durch den Bozner Bezirksjägermeister Eduard Weger vertreten, der den Wert des Wildes hervorhob und betonte: „Der Jäger erlebt im Revier schöne Momente auch ohne Abschuss.“ Die Prüfung sei nur die Eintrittskarte in die Jagdwelt, nun sei lebenslanges Lernen gefragt. Dabei ist das Wissen der erfahrenen Jäger eine wertvolle Quelle, aber auch die modernen Studien der Wildbiologie liefern immer wieder neue Erkenntnisse, denen sich die Jäger nicht verschließen dürfen, sagte Weger. 

Jungjäger legen sich ins Zeug

Andreas Agreiter, Vizedirektor im Landesamt für Jagd und Fischerei und Präsident der Jägerprüfungskommission zog Bilanz über die Ergebnisse der Jägerprüfung 2019: Demnach sind die Jagdanwärter durchwegs gut vorbereitet. 74 Prozent der angetretenen Kandidaten haben die theoretische Prüfung bestanden, 73 Prozent auch die Schießprüfung. 63 Prüfungsabsolventen haben den Jungjäger-Praxiskurs der Forstschule Latemar besucht, 57 hingegen absolvierten mit einem der geprüften Südtiroler Jungjägerausbilder das Revierpraktikum.

Klimaerwärmung wird alpinen Wildarten zusetzen

Mit den „Wildtieren im Klimawandel“ befasste sich der österreichische Universitätsdozent und Tierarzt Armin Deutz im fachlichen Teil der Veranstaltung. Die Erwärmung werde die alpinen Wildarten in Bedrängnis bringen, sagte Deutz, da sich die Lebensräume verkleinern und Krankheiten und Parasiten dem Wild künftig mehr zusetzen würden.

Existieren auf Sparflamme – Bitte nicht stören!

Ö1 Podcast „Vom Leben der Natur“

Existieren auf Sparflamme – Bitte nicht stören!

Der Wildbiologe Walter Arnold über Strategien der Wildtiere, den Winter zu überleben.

26. Jänner 2020

In einer Podcast-Serie des Radiosenders Ö1 spricht Univ.-Prof. Dr. Walter Arnold, Leiter des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, von den Überwinterungsstrategien der heimischen Wildtiere.

Der Winter ist eine besonders harte Zeit für unsere Wildtiere. Sie müssen mit niedrigen Temperaturen und einem geringen Nahrungsangebot zurechtkommen. Viele Arten haben sich im Laufe der Evolution an diese Herausforderungen angepasst. „Gämsen, Steinböcke oder Rothirsche schrauben ihre Stoffwechselaktivität im Winter um die Hälfte herunter“, erklärt der Wildbiologe Walter Arnold. Die Tiere reduzieren ihre Körpertemperatur und damit den Stoffwechsel. Der Steinbock kann seine Stoffwechselleistung so sehr runter schrauben, dass es dem Stoffwechsel eines Bären im Winterschlaf schon sehr nahe kommt. Die Bewegungsfreiheit des Steinbocks bleibt im Vergleich zu einem richtigen Winterschläfer zwar erhalten, ist aber stark eingeschränkt. Aufstehen, hinlegen, fressen – das Leben spielt sich für diese Tiere in Zeitlupe ab.

In diesem Energiesparmodus sind Wildtiere besonders empfindlich gegenüber Störungen. Ob Skitourengehen oder Schneeschuhwandern, mit jeder dieser Aktivitäten betreten wir das Wohn-, oder besser gesagt das Schlafzimmer der Wildtiere und setzen die Tiere einer Stresssituation aus. Häufen sich die Störungen, bleiben die Tiere in Alarmbereitschaft und setzen ihren Stoffwechsel nicht mehr so stark herab. Das kostet wertvolle Energie, wie eine Studie von Walter Arnold und seinem  Team an der Veterinärmedizinischen Universität Wien belegt. Mithilfe von miniaturisierten Messgeräten wurden die wichtigsten Körperfunktionen von Gämsen, Steinböcken und Rothirschen im Jahresverlauf untersucht. Das Ergebnis: Bei Störungen bleiben Wildtiere im Winter aktiver. Damit steigt der Energieverbrauch. Wenn sich die Tiere dazu noch fürchten und sich nicht mehr in den Energiesparmodus trauen, steigt der Energieverbrauch weiter an. Insgesamt nimmt der Energieverbrauch bei häufiger auftretenden Störungen um rund ein Drittel zu!

„Das langsame Weggehen der Tiere bei der Flucht vermittelt einen falschen Eindruck“, so Walter Arnold. „In Wirklichkeit leben die Tiere am Limit. Jede Kalorie ist lebenswichtig und damit auch jede Möglichkeit der Energieeinsparung.“ 

Unser Team im Südtiroler Jagdverband ist wieder vollständig

Unser Team im Südtiroler Jagdverband ist wieder vollständig

8. Jänner 2020

Mit 2. Jänner 2020 ist die vakante Stelle der Direktionsassistenz im Jagdverband wieder nachbesetzt worden. Birgith Unterthurner wird in Zukunft die Geschäftsführung unterstützen. Nach der Matura an der Lehranstalt für Wirtschaft und Tourismus in Meran hat sie das Bachelorstudium für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur an der Universität für Bodenkultur in Wien absolviert sowie das Masterstudium für Wildtiermanagement und Wildtierökologie, wobei der Schwerpunkt in der Ornithologie lag. Zuletzt betreute Birgith Unterthurner das Eurac-Projekt „Landschaft im Visier“, das den Zusammenhang zwischen der Populationsentwicklung jagdbarer Wildarten und Landschaftsveränderungen in Südtirol untersuchte.

Filmtipp: Auf der Jagd – wem gehört die Natur?

Filmtipp: Auf der Jagd – wem gehört die Natur?

13. Jänner 2020

Arte zeigt am Mittwoch, 15. Januar, um 21.40 Uhr die Doku „Auf der Jagd – wem gehört die Natur“ von Regisseurin Alice Agneskirchner.

Einschalten lohnt sich!