Landesjagdgesetz geändert

Landesjagdgesetz geändert

12. November 2019

Mit dem so genannten „Omnibusgesetz“ hat der Südtiroler Landtag unter anderem Änderungen am Landesgesetz zur Jagd verabschiedet. Vor Kurzem wurden Anwendung und Auslegung der neuen Bestimmungen mit Rundschreiben des Direktors der Abteilung Forstwirtschaft definiert. Im Folgenden die wesentlichen Neuerungen, die bereits in Kraft sind:

Auffinden von kranken oder verletzten Vögeln
Neu ist, dass die Verwalter der Wildbezirke (Revierleiter, Agentur Forstdomäne oder Nationalpark) nicht mehr alle kranken oder verletzt aufgefundenen nicht jagdbaren Vögel in ein Vogelpflegezentrum bringen müssen, sondern nur jene Vogelarten, die gemäß EU-Vogelrichtlinie geschützt sind. Dazu gehören z.B. die meisten Greifvögel.

Foto-Videofallen

Die neue Bestimmung sieht vor, dass die Verwendung von Foto-Videofallen zur Jagdausübung verboten ist. Gemäß Rundschreiben des Direktors der Abteilung Forstwirtschaft ist die Bestimmung wie folgt zu interpretieren: „Inhaber eines Jagderlaubnisscheines übertreten bei Verwendung von Video- bzw. Fotofallen außerhalb ihres privaten Bereiches (also nicht Wohnbereich und Privatgarten sowie eingefriedete Flächen) diese Bestimmung, da stets eine Erleichterung für den Jagderfolg vermutet werden darf. Das trifft auch dann zu, wenn der Einsatz außerhalb der Jagdzeit erfolgt, oder ein Zusammenhang mit nahestehenden, nicht jagdberechtigten Personen nachgewiesen wird, welche beim Einsatz der Aufnahmegeräte beteiligt sind.“

Störung von Wildzählungen und der Jagdausübung

Es ist fortan verboten, absichtlich wildkundliche Erhebungen, Wildzählungen sowie die Jagdausübung zu stören.

Wildunfälle
Neu ist, dass ein Wildunfall auch dann den zuständigen Stellen (Revierleiter, Jagdaufseher oder Forststationen) gemeldet werden muss, wenn das Wildtier vermeintlich nur angefahren wurde. Bisher war es so, dass die Meldepflicht nur dann gegeben war, wenn ein Wildtier durch den Unfall zu Tode kam. Künftig muss jeder Zusammenprall zwischen einem Fahrzeug und einem Wildtier gemeldet werden, um eine Kontrollsuche veranlassen zu können.

Überschreitung des Abschussplanes bei Vogelarten
Wer mehr als die im Abschussplan festgelegten Raufußhühner oder Steinhühner erlegt oder die Auflagen des Abschussplanes nicht einhält, wird mit einer zusätzlichen Verwaltungsstrafe belegt.

Multiplex – Kitzretter: Neues Gerät erfolgreich getestet

Multiplex – Kitzretter: Neues Gerät erfolgreich getestet

12. November 2019

 

Viele Jäger engagieren sich jedes Jahr für die Kitzrettung in den Revieren und lassen sich dabei Einiges einfallen. Ganz besonderen Erfindergeist bewies Diether Platzgummer aus Völs. Der Jäger entwickelte vor sieben Jahren ein Gerät, welches das Einwechseln von Rehwild in die Wiesen kurz vor dem Mähtermin verhindern soll.

Die Multiplex-Kitzretter werden am Abend vor der Mahd wie ein Sonnenschirm in die Wiese gesteckt. Oben am Schirm befindet sich ein Duftträger mit natürlichen Geruchsstoffen zur Abschreckung der Rehgeiß. Außerdem vergrämt das auffällige blau-gelbe Nylon-Objekt, das sich bei Wind dreht, auch optisch und akustisch mit einem Glöcklein das Wild aus der zu mähenden Wiese. Der Wirkungsradius des Kitzretters liegt bei ungefähr 150 Metern, in größeren Wiesen müssen deshalb mehrere Geräte aufgestellt werden. Die Sichtbarkeit und folglich die Wirksamkeit hängt dabei auch von der jeweiligen Geländeform ab.

Der Multiplex-Kitzretter wurde in den vergangenen Jahren in mehreren Revieren erfolgreich getestet, um Erfahrungen für einen südtirolweiten Serieneinsatz zu sammeln. Zurzeit kostet ein Kitzretter 150 Euro. Je mehr Geräte produziert werden, desto mehr könne man diesen Preis senken, hofft Platzgummer, der alles daransetzt, das Gerät so günstig wie möglich zu produzieren, damit es sich die Reviere auch leisten können und es zur Anwendung kommen kann.

Interessierte Reviere können den Multiplex unter folgender Kontaktadresse bestellen:

E-Mail: diether.platzgummer@tecnomag.bz.it,
Tel. 339 13 75 150.

Preis: 3er-Set inkl. einer Flasche Geruchsstoff: 500 € inkl. MwSt.

Wichtig: Bestellungen für 2020 müssen innerhalb Jahresende 2019 eingehen, damit sie noch rechtzeitig vor der Mähsaison geliefert werden können!

Länderübergreifendes Raufußhühnersymposium

Länderübergreifendes Raufußhühnersymposium

 

Die Raufußhühner verlieren zusehends ihren Lebensraum, die Populationen gehen mancherorts zurück. Was Jäger, Waldbewirtschafter und Naturschützer gemeinsam für den Erhalt der Raufußhühner unternehmen können, erörterten internationale Fachleute auf Einladung der Jagdverbände Südtirols, Tirols und Bayerns am 24. und 25.10.2019 im Vinzentinum in Brixen.

Immer schon haben die Raufußhühner die Menschen fasziniert. Namensgebend für diese Vogelfamilie sind ihre befiederten, oft mit Hornplatten versehenen Füße. Diese verhindern das Einsinken im Schnee. Überhaupt sind diese Gebirgsvögel bestens an ein Leben in kalten Regionen angepasst, stellen aber gleichzeitig ganz spezielle Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie sind so genannte „Habitatspezialisten“.

Habitatspezialisten haben schlechte Karten

Solche Habitatspezialisten können kaum in andere Lebensräume ausweichen und genau darin besteht die Gefahr. Verschlechtern sich ihre Lebensbedingungen, dann nehmen ihre Bestände unweigerlich ab. In vielen Gebieten der Alpen wird seit Jahren ein Rückgang der Raufußhühner verzeichnet, als Hauptursache dafür gilt die Lebensraumverschlechterung. Deshalb gibt es in vielen Ländern Schutzprogramme und Aktionspläne. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Waldbewirtschaftung und die Bewirtschaftung der Almen im Hochgebirge sowie die Lenkung der Freizeitsportler.

Raufußhuhnschutz in Südtirol

Seit 2008 werden jedes Jahr in allen 7 Südtiroler Naturparken Projekte umgesetzt, um Raufußhuhn-Lebensräume zu schützen und zu erhalten. Diese werden von der Abteilung Forstwirtschaft und der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung getragen. Insgesamt wurden 125 Einzelprojekte durchgeführt, über 3 Mio. Euro wurden investiert, berichtet Markus Kantioler vom Amt für Naturparke.

Jäger als Anwalt der Raufußhühner

Auch die Südtiroler Jäger sind sich ihrer Verantwortung für den Erhalt einer artenreichen Tierwelt und ihrer Rolle als Anwalt der Raufußhühner bewusst. Einige Jagdreviere sind schon seit Jahrzehnten im Kleinen aktiv und es werden immer mehr. Allein in den letzten 3 Jahren leisteten die Jägerinnen und Jäger des Landes 8.780 ehrenamtliche Arbeitsstunden bei der Pflege aufgelassener Almflächen, um dem Birkhuhn und vielen anderen Arten diesen wichtigen Lebensraum zu erhalten. Koordiniert werden diese Maßnahmen von der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung.

Monitoring in Südtirol

Thomas Clementi vom Amt für Jagd und Fischerei und Lothar Gerstgrasser vom Südtiroler Jagdverband verfolgen seit 2008 die Entwicklung der Schnee- und Steinhühnerbestände in Südtirol. Die Schneehühner nahmen in diesem Zeitraum leicht zu. Schneearme Winter und sehr heiße Sommer mit wenig Restschneefeldern scheinen sich aber negativ auf die kälteliebenden Vögel auszuwirken. In Südtirol werden auch die Steinhuhnbestände genauestens erhoben. Dieser Vogel zählt zu den Glattfußhühnern, wie Fasan und Wachtel. Steinhühner mögen es warm, sie leben fast ausschließlich an sonnenexponierten felsigen Grashängen. Derzeit ist die Dichte hoch, mitunter gibt es von Jahr zu Jahr größere Schwankungen, wobei sich langanhaltende flächige Schneebedeckung negativ auswirkt. Steinhühner reagieren aber rasch auf gute Umweltbedingungen und erholen sich schnell wieder nach einem Einbruch.

Windwurf als Chance für die Tierwelt

Der bekannte Kärntner Raufußhuhnexperte Hubert Zeiler sieht in den Windwürfen des vergangenen Winters eine Chance für die Tierwelt, auch für das selten gewordene Haselhuhn. Dem kleinen Waldhuhn sagen nämlich genau jene artenreichen Waldbilder mit reichhaltiger Pioniervegetation zu, die infolge von solchen Katastrophen mit der Zeit entstehen, wenn man sie der Natur überlässt. Überhaupt ist es verhältnismäßig einfach, geeigneten Haselhuhnlebensraum zu erhalten, weiß der Wildbiologe. Oft reichen dafür Stichwege, die begrünt werden. Wichtig ist das Belassen von Birken, Erlen, Weiden, Vogelbeeren und Aspen im Nadelwald.

Schwedische Wildhühner verstärken die Bestände in Bayern

Die Wildland-Stiftung Bayern engagiert sich als Naturschutzorganisation des Bayerischen Jagdverbands seit den 70er Jahren im Schutz des Birkwilds in der Rhön. Zum einen werden die natürlichen Fressfeinde des Birkhuhnes intensiv bejagt, wenn sie Überhand nehmen, zum anderen werden Biotopverbesserungen durchgeführt und Konzepte zur Besucherlenkung entwickelt. Torsten Kirchner, Gebietsbetreuer des Naturschutzgebietes, berichtete vom Auswilderungs-Projekt zur genetischen Auffrischung der Birkhühner in der Rhön. In den Jahren 2010 bis 2019 wurden nach und nach 167 Birkhühner in Schweden gefangen und ausgewildert. Nachdem das Rhönprojekt zeigte, dass Fang und Transport der Tiere gut funktionierten, startete man auch in anderen Regionen Mitteleuropas ähnliche Projekte.

Was sind wir bereit, für die Natur zu tun?

Für den Philosophie-Professor Markus Moling der Theologischen Hochschule Brixen zählen die Wildhühner zweifelsohne zu den besonders wertvollen Arten unserer Alpen. Viele Menschen wissen gar nicht mehr, dass diese besonderen Wildarten in unseren Alpen vorkommen. Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung sind deshalb notwendig, denn nur so können Menschen für den Schutz gewonnen werden. Welche Natur wollen wir in Zukunft haben und was sind wir bereit, dafür zu geben? Diese Auseinandersetzung birgt eine große Chance, denn sie ermöglicht einen Schulterschluss zwischen Jagd und Naturschutz, Tourismus, Forstwirtschaft und Landschaftsplanung.

 

Was können Jäger, Grundeigentümer, Waldbewirtschafter, Naturschützer und die öffentliche Verwaltung für die Raufußhühner tun?

  • Almflächen offen halten für das Birkhuhn, zugewachsene Flächen auflichten, einzelne Inseln mit Gehölzgruppen und Zwergsträuchern belassen
  • Erhalt der traditionellen Almwirtschaft und – wo möglich – der Waldweide
  • Lebensräume, insbesondere die Balzplätze, vor Störungen und Erschließung schützen
  • Wälder pflegen, kleinflächige Holznutzung
  • Laubhölzer im Nadelwald fördern für das Haselhuhn, Stichwege und Seitenwege begrünen
  • Auf Windwurfflächen eine natürliche Entwicklung zulassen
  • Natürliche Fressfeinde (Fuchs) jagdlich regulieren
  • Raumplanung der Lebensräume, gezielte Erfassung und koordinierte Erhaltung der bestehenden Habitate
  • Monitoring fortführen und ausbauen
  • Pflege des bestehenden Wander- und Mountainbikewegenetzes, keine Errichtung von neuen Trassen
  • Pflicht einführen für die Durchführung großflächiger Maßnahmen zu Gunsten der Wildtiere bei Neuerschließung oder Erweiterung von bestehenden Wegtrassen (Vertragsnaturschutz)
  • Freizeitaktivitäten an und über der Waldgrenze zurücknehmen, vor allem in der Abend- und Morgendämmerung
  • Für den Klimaschutz eintreten, denn die Klimaerwärmung drängt die kälteliebenden Hühnervögel immer weiter nach oben

Ausbildungslehrgang für Jagdaufseher 2020

Ausbildungslehrgang für Jagdaufseher 2020

Im Sinne des Beschlusses der Landesregierung Nummer 678/2019 vom 06.08.2019 bezüglich des Ausbildungskurses zum Jagdaufseher werden nachfolgend die Einladungsschreiben zur Zulassungsprüfung veröffentlicht.

„Wild-Wissen“ neu aufgelegt

„Wild-Wissen“ neu aufgelegt

12. Septeber 2019

 

Dass es so lange dauern würde, das Lernbuch für die Südtiroler Jägerprüfung neu zu überarbeiten, damit hatte sicher keiner der Beteiligten gerechnet, als 2017 das erste Mal darüber gesprochen wurde, die Arbeit hierzu anzugehen. Über ein Jahr lang hat sich eine Arbeitsgruppe intensiv mit der Überarbeitung des Lernbuches für die Südtiroler Jägerprüfung befasst. Ende Juli wird nun das Buch endlich im Handel erscheinen, mit noch mehr Informationen zum Thema Wild, Pflanzen, Jagd und Waffenkunde, mit interessanten Illustrationen und vielen Aufnahmen Südtiroler Naturfotografen sowie mit einem eigens aufgelegten Ergänzungsheft zum Thema Jagdrecht in Südtirol. 

Das Buch soll in einigen Monaten auch in italienischer Sprache erscheinen.

 

„Wild-Wissen“
Lebensraum – Biologie – Jagd
Lernbuch für die Jägerprüfung und Praxis
Athesia-Verlag – Preis 29,90 Euro

Ergänzungsheft „Jagdrecht in Südtirol“
Athesia-Verlag – Preis 9,90 Euro

Gemeinsames Buchprojekt der alpinen Jagdverbände

„Unwiderstehlich Wild“

Gemeinsames Buchprojekt der alpinen Jagdverbände

Bereits in der Vergangenheit arbeiteten der Südtiroler Jagdverband, der Bayerische und der Tiroler Jagdverband eng zusammen. Um diese Berührungspunkte auf „genussvolle Weise“ zum Ausdruck zu bringen, entstand das gemeinsame alpenländische Wild?Kochbuch „Unwiderstehlich Wild“, das soeben im Athesia?Tappeiner Verlag erschienen ist.

Klassische, innovative und Spezialitätenrezepte für Wild aus den Alpenregionen Südtirol, Tirol, Bayern und dem Kanton Aargau verführen zum Wildkochen und -essen. Die vier Landesverbände führen in die Welt der Jagd in den Alpengebieten ein und präsentieren jeweils zehn ihrer besten Wildrezepte. Einleitend zu jedem Kapitel porträtieren spannende Texte und stimmungsvolle Fotografien die vier Jagdgebiete. Dabei werden geläufige Gemeinsamkeiten aber auch interessante Unterschiede der Jagd in den vier Regionen geschildert. Wo darf man Murmeltiere schießen? In welchem Land sind Rebhühner eine Delikatesse? Rehhacktäschli aus der Schweiz, Gamslasagnette aus Südtirol, Murmeltierbraten in Rotweinmarinade aus Nordtirol oder Wildschweinkeule aus Bayern sind nur Beispiele der großartigen, sorgfältig ausgewählten und abgestimmten Gerichte mit frischen und unbedenklichen Fleischwaren. Ob Hirsch, Wildschwein, Gams oder Ente – dieses Kochbuch bietet für jeden Anlass ein passendes Wildrezept, jeweils mit exklusiven und atmosphärischen Bildern. Die besonderen und abwechslungsreichen Wildrezepte erhalten konkrete Angaben zum Nachkochen für Jedermann. Mit Beilagenlisten und Informationen über Bezugsquellen des Fleisches. Ein Muss für Liebhaber der Wild-Küche!

 

Unwiderstehlich Wild – Die besten Rezepte aus Südtirol, Tirol, Bayern und dem Aargau

128 Seiten – Hardcover – 195 x 260 mm – 25 € – ISBN 978?88?6839?422?6