Dass die Führung eines Reviers nicht unbedingt Männersache sein muss, beweist Karin Oberhammer. Seit über 20 Jahren ist Karin Oberhammer nun schon Revierleiterin im Revier Innichen. Respekt und Rücksicht gegenüber Mensch und Tier sind der erfahrenen Jägerin die wichtigsten Werte, die sie in der Jagd, aber auch im Alltag ständig begleiten.
Frau Oberhammer, Sie sind nun schon seit 25 Jahren aktive Jägerin. Was hat Sie dazu bewegt, das Handwerk der Jägerin zu erlernen?
Karin Oberhammer: Die Jagerei liegt mir in den Genen. Mein Großvater und mein Urgroßvater waren Jäger. Mein Vater ist immer noch aktiver Jäger. Ich selbst habe die Jägerprüfung erst mit 30 gemacht, da hatte mein Vater die Hoffnung schon aufgegeben, dass aus mir nochmal eine Jägerin wird.
Die Jagd gibt mir sehr viel. In die Natur gehen, das Beobachten, die Spannung, ob Wildtiere in Anblick kommen werden oder nicht. Jeder Tag ist anders. Kein Jagdgang ist mit einem anderen vergleichbar. Es ist vollkommen unvorhersehbar, was passiert. Und egal wie lange man schon Jäger ist, man hat nie ausgelernt. Die Natur hat ständig neue Überraschungen parat. Außerdem genieße ich auch den Ausgleich, den ich in der Natur finde. Da kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen. Schon so manche schwierige Entscheidung im Leben habe ich auf einem Hochsitz getroffen. Wenn es mir dann ab und zu gelingt, ein passendes Stück Wild zu erlegen, dann rundet das die ganze Sache zusätzlich ab.
Sie sind außerdem seit 21 Jahren Revierleiterin von Innichen. Wie wird man denn Revierleiter?
Der Revierleiter wird alle 5 Jahre von den Jägern des Revieres gewählt. Die Voraussetzung ist, dass man Mitglied des betreffenden Revieres ist. Bei mir war es so, dass ich schon 2 Jahre vorher Schriftführerin und Kassierin im Revier Innichen war. Als der damalige Revierleiter dann zurückgetreten ist, hat er mich für dieses Amt vorgeschlagen. Da war ich erst 3 Jahre Jägerin und hatte noch viel Erfahrung zu sammeln. Zu Beginn musste ich schon noch mit etwas Gegenwind kämpfen und hatte weiß Gott nicht alle auf meiner Seite, aber mit der Zeit habe ich mir dann die Unterstützung fast aller mit einer geraden Linie erarbeiten können und mir ein dickeres Fell zugelegt. Mein Beruf als Ortspolizistin hat dabei sicher auch geholfen.