Hubertustag: gelebtes Brauchtum und Verantwortung für die Natur

29. Oktober 2026

Tramin stand am Samstag ganz im Zeichen der Jagd. Der Südtiroler Jagdverband beging gemeinsam mit den Jagdbezirken Unterland und Bozen eine feierliche Hubertusmesse in der dortigen Pfarrkirche. Über 700 Jägerinnen und Jäger dankten ihrem Schutzheiligen für ein unfallfreies Jagdjahr und für die schönen Momente, die sie bei der Jagd und in der Natur erleben durften.

 

3 Fragen an Landesjägermeister Günther Rabensteiner

Warum feiern die Jäger den Hubertustag?

Die Legende rund um den Heiligen Hubertus steht für einen demütigen, respektvollen Umgang mit der Natur. Der Tag dient den Jägern zur Besinnung auf ihre Verantwortung für den Artenschutz, zur Pflege des Brauchtums und der Tradition des Jagdhornblasens und zum gemeinschaftlichen Zusammenkommen.

 

Nach der Messe gaben rund 100 Jagdhornbläser aus allen Landesteilen bei Fackelschein gemeinsam noch einige Stücke zum Besten.

Fotos: Anita Schwienbacher Augscheller

Woher stammt dieser Brauch?

Der Überlieferung nach lebte Hubertus im 8. Jahrhundert nach Christus. Er war ein maßloser Jäger und als er auf der Jagd einen prächtigen Hirsch stellen wollte, erschien ihm zwischen dessen Geweih ein leuchtendes Kruzifix. Nach diesem Erlebnis ging er in sich und trat fortan für den Erhalt und den Schutz von Natur und Wild ein. In ihrer heutigen Form stammen Hubertusfeier und Hubertusmesse aus Frankreich und Belgien, wo der Brauch im 19. Jahrhundert entstand. Im deutschsprachigen Raum und bei uns verbreitete sich diese Tradition erst in den 1950er-Jahren.

 

Hochwürden Professor Markus Moling erinnerte in seiner Predigt an den Reichtum des Wildes in den heimischen Bergen. Die Jagd bedeute auch, dem Wild mit Respekt zu begegnen und Dankbarkeit für die Schöpfung zu empfinden.

Ist dieser Brauch überhaupt noch zeitgemäß?

Uns geht es beim Hubertustag auch darum, die Jagd den Menschen näher zu bringen und den Dialog zu suchen. Die Gesellschaft ist heute im Umbruch. Die Menschen achten verstärkt auf Regionalität, Bio-Siegel und Tierwohl. Gerade in diesem Bereich können wir Jäger unseren Beitrag leisten, denn Wildfleisch erfüllt alle diese Ansprüche. Deshalb ist es uns auch wichtig, bei Gelegenheiten wie diesen, einem breiten Publikum ausgesuchte Wildspezialitäten anzubieten.

Als Überraschung blies die Jagdhornbläsergruppe Weißkugel aus Matsch vom höchsten gemauerten Kirchturm Tirols.

Eindrücke von der Landeshubertusmesse in Tramin

Fotos: Anita Augscheller